Einweggeschirr wird zum No-Go
Neuntklässlerinnen entwickeln als »Umweltprofis von morgen« mit uns als Mehrweg-Pionier einen Mehrwegkuchenbasar für ihre Schule.
Wer an der Oberschule Lommatzscher Pflege künftig ein Stück Kuchen kauft, bekommt nicht nur etwas Süßes, sondern auch eine kleine Lektion in Sachen Nachhaltigkeit: Pappteller und Wegwerf-Geschirr haben ausgedient. Die beliebten Kuchenbasare der Schule wurden im Rahmen des Projekts »Umweltprofis von morgen« erfolgreich auf ein Mehrwegsystem umgestellt – entwickelt von Schülerinnen der 9. Klassen gemeinsam mit uns als Projektpartner.
Die Idee entstand aus einer einfachen Beobachtung: »In unserer Schule findet fast jede Woche ein Kuchenbasar statt, das finden wir als Schüler super. Doch leider entstand dadurch viel zu viel Abfall. Rund 3.000 Pappteller landeten jedes Schuljahr im Müll«, berichtet Neuntklässlerin Annika Németh. »Das wollten wir ändern«, ergänzt Mitschülerin Paula Kotte. Wöchentlich haben sich die beiden und 5 weitere Neuntklässlerinnen zusätzlich zum Unterricht getroffen, um das Projekt umzusetzen.
Tausende Pappteller werden jährlich eingespart
Gemeinsam mit uns als Mehrweg-Pionier im Bereich Speiseöl integrierten die Jugendlichen den Mehrwegkuchenbasar in ihrer Schule. Das Prinzip ist einfach: Jede Klasse, die einen Kuchenbasar veranstaltet, erhält ein Mehrwegset mit Tellern & Co. Für jeden Teller werden 50 Cent Pfand erhoben, die nach dem Verzehr selbstverständlich zurückgegeben werden. Nach dem Basar wird das gereinigte Geschirr zurückgegeben und steht für die nächste Klasse bereit.
Ein Projekt mit großer Wirkung: Durch die Umstellung kann künftig nicht nur jede Menge Müll eingespart werden. Trotz Reinigung und aufwändigerer Herstellung ist Mehrweg zudem bereits nach etwa zehn Nutzungen nachhaltiger als die Verwendung von Einweggeschirr, was die CO2-Belastung angeht.
Schüler arbeiten mit regionalen Unternehmen
»Bildungsangebote zu den Themen Ernährung und Nachhaltigkeit sind für uns mit unserem Leitmotiv #ESSENVERÄNDERTDIEWELT sehr wichtig, um zu zeigen, welchen großen Einfluss die Herstellung und der Konsum von Lebensmitteln auf uns und unsere Umwelt hat«, sagt BIO PLANÈTE-Sprecherin Antje Steglich. »Dass sich die Schülerinnen für unser Herzensthema Mehrweg entschieden haben, freut uns dabei besonders. An der Oberschule entstehen tolle Ideen, die wir gern mit unserer Erfahrung unterstützen – so lernen wir voneinander.«
Auch Lehrerin Janine Grübler sieht in dem Projekt einen besonderen Mehrwert: »Die Jugendlichen erweitern ihr Wissen über nachhaltiges Leben, lernen neue Lösungsansätze kennen und sammeln praktische Erfahrungen, die ihnen später in der Berufswelt nützen. Zugleich übernehmen sie Verantwortung und stärken ihre Team- und Kommunikationskompetenz.«
Neuer Bildschirm in Kooperation mit dem MDR
Neben dem Mehrwegprojekt entstand im jetzt endenden Schuljahr an der Oberschule Lommatzscher Pflege ein weiteres Vorhaben: Gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) entwickelten Schülerinnen einen digitalen Informationsbildschirm, der die bisherigen Papieraushänge im Schulfoyer ersetzt und so ebenfalls Ressourcen spart.
Die »Umweltprofis von morgen« beweisen damit eindrucksvoll: Nachhaltigkeit beginnt nicht erst in der Politik oder in Unternehmen – sondern oft mit einer guten Idee auf dem Schulflur. Und manchmal mit einem Stück Kuchen auf einem Mehrwegteller.
Über das Projekt »Umweltprofis von morgen«
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Schule ist Teil des Bildungsprojektes »Umweltprofis von morgen« vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW), bei dem Jugendliche gemeinsam mit nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen konkrete Lösungen für ökologische Herausforderungen entwickeln.
»Nachhaltigkeit lernt man nicht aus dem Lehrbuch allein. Man lernt sie, indem man Probleme erkennt, Lösungen entwickelt und Veränderungen anstößt. Die Projekte der Schülerinnen und Schüler zeigen, dass jede und jeder Einzelne selbst etwas bewirken kann«, sagt Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbands Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW).
Im Schuljahr 2025/2026 nahmen in Sachsen 117 Jugendliche aus vier Schulen teil. Das Projekt wird durch den Freistaat Sachsen gefördert. Sachsens Umweltstaatssekretär Ulrich Menke übergab bei der Abschlussveranstaltung in Leipzig vor wenigen Tagen persönlich die Teilnahmeurkunden.