Initiative »Aus gutem Grund« 

 Nur noch kurz das Feld retten…


Mit der Initiative »Aus gutem Grund« engagieren wir uns für gesunde Böden, Biodiversität und eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

»Gemäß unserem Leitmotiv #ESSEN VERÄNDER DIE WELT geben wir einen Impuls, das Klima und damit unsere Zukunft zu schützen«, sagt Judith Faller-Moog, Gründerin und Inhaberin von BIO PLANÈTE. Neben der gleichnamigen Öl-Serie mit fünf Bio-Ölen aus deutscher Herkunft bilden regelmäßige Feldseminare die Basis der Initiative.

Anbau & Verarbeitung in Deutschland

Bereits seit 2014 – damals unter dem Namen »Initiative für heimische Bio-Landwirtschaft« bieten wir eine eigene Öl-Serie mit Ölen aus deutscher Herkunft an. Aktuell gehören dazu 5 native Bio-Öle: Rapsöl, Sonnenblumenöl, Leindotteröl, Leinöl und Senföl. Die Rohwaren dazu stammen von ökologisch bewirtschafteten Feldern in Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Alle Öle aus deutscher Herkunft tragen den bestmöglichen Planet Score »A«. Diese Kennzeichnung macht deutlich, welche Auswirkungen die Herstellung eines Lebensmittels auf die Umwelt hat. Das Rapsöl und das Sonnenblumenöl gehören zudem zu den ersten unserer Öle, die wir in Mehrwegflaschen anbieten. Mehr zu Mehrweg lesen Sie hier.

Öle aus deutscher Herkunft

Rohwaren für Bio-Öle

Bio & regional gehören für uns zusammen! Bei Speiseöl sieht die Realität jedoch leider oft anders aus. Das sind die Fakten: Mehr als jedes zehnte verkaufte Öl in Deutschland ist Bio. Tendenz steigend. Besonders häufig wird zu Oliven-, Sonnenblumen- und Rapsöl in Bio-Qualität gegriffen. Die meisten Rohwaren dafür kommen allerdings aus dem Ausland. Bei Olivenöl liegt die Importquote klimabedingt bei nahezu 100 %, bei Sonnenblumenkernen sind es 85 % und bei Rapssaat 63 %. Mit der Initiative »Aus gutem Grund« wollen wir erreichen, dass die Wertschätzung für Speiseöle aus Deutschland wächst und mehr Bio-Ölsaaten in Deutschland angebaut werden. Achten Sie beim nächsten Einkauf einfach auf das Symbol »Hergestellt in Deutschland« auf den Etiketten unserer Bio-Öle: Anbau und Verarbeitung der Saaten für diese Öle finden garantiert in Deutschland statt.

Logo »Aus deutscher Herkunft«

Gesunde Böden

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»Aus gutem Grund« bedeutet aus gutem Boden.

 Denn der Boden unter uns ist so viel mehr als nur der Untergrund, auf dem wir uns bewegen. Ein guter Boden ist gleichzeitig Lebensraum, Wasserspeicher und Wasserfilter, er ist Grundlage für unsere Ernährung und Klimaschützer.

 Als Verarbeiter von Bio-Ölsaaten hat für uns das Thema Bodenfruchtbarkeit eine besondere Bedeutung, denn sie ist für uns die Grundlage für eine nachhaltige Landwirtschaft. Nur ein fruchtbarer Boden kann die in ihm wurzelnden Pflanzen gut mit Nährsalzen, Wasser und Luft versorgen.

 Für unsere Feldseminare, die im Rahmen der Initiative »Aus gutem Grund« stattfinden, ist die Bodenfruchtbarkeit in der ökologischen Landwirtschaft daher ein Kernthema. So wollen wir beispielsweise zu Humusaufbau und der Reduktion von Bodenbearbeitungsmaßnahmen miteinander ins Gespräch kommen.

Biodiversität

Der andauernde und durch den Klimawandel noch beschleunigte Verlust von Biodiversität stellt ein sehr hohes Risiko für die Lebensmittelproduktion auf der ganzen Welt dar. Schätzungen zufolge würden zum Beispiel etwa ein Drittel der Nutzpflanzen ohne die Bestäubung durch Bienen wegfallen. Unsere Feldseminare beschäftigen sich deshalb intensiv mit Möglichkeiten, Biodiversität zu erhalten und zu fördern.

 Vereinfacht gesagt, ist Biodiversität die Summe aus der Artenvielfalt, der genetischen Vielfalt und der Vielfalt der Lebensräume.

 Artenvielfalt beschreibt die Vielfalt der in einem bestimmten Lebensraum vorkommenden Tier- und Pflanzenarten. Unter genetischer Vielfalt versteht man die Vielfalt innerhalb einer Art sowie unter Vielfalt der Lebensräume die Vielfalt an Ökosystemen. Sie alle stehen in irgendeiner Form miteinander in Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig sowie uns Menschen.

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 Zukunftsfähige Landwirtschaft

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Der Klimawandel schreitet voran und wirkt sich schon heute auf die Landwirtschaft aus. Der letzte Sommer hier an unserem sächsischen Standort ist dafür ein gutes Beispiel: Während es in Sachsen zu massiven Niederschlägen kam, wodurch das Wasser wochenlang auf den Feldern stand, war es im benachbarten Brandenburg so trocken wie selten zuvor.

 Gemeinsam mit unseren Landwirten wollen wir lernen und in den Austausch gehen, wie man sich den klimatischen Veränderungen anpassen und trotzdem weiterhin ertragsfähige Landwirtschaft betreiben kann. Bearbeitungsmethoden, Sortenwahl und Forschungsprojekte stehen unter anderem im Fokus.

 Selbstkritisch betrachten wir aber auch die Auswirkungen der Landwirtschaft auf den Klimawandel, schließlich fällt mehr als die Hälfte der Emissionen von Lebensmitteln bei der Rohstoffproduktion an.

Feldseminare für Landwirtinnen & Landwirte

Unsere Feldseminare »Aus gutem Grund« sind ein für alle ökologischen und konventionellen Landwirte sowie weitere Interessierte offenes Workshop-Programm. Wir verstehen uns hier als Vermittler und Organisatoren, um informative und kontroverse, wissenschaftsbasierte sowie Beiträge aus der Praxis zusammenzustellen. Das nächste Feldseminar findet am Donnerstag, 13. Juni 2024, auf unserem Biohofgut Klappendorf inmitten der Lommatzscher Pflege statt. Im Mittelpunkt stehen Vorträge und Diskussionen rings um die Themen Ökologische Ölsaaten. Das genaue Programm sowie eine Möglichkeit zur Anmeldung werden hier im Frühjahr 2024 bekannt gegeben. Für Fragen stehen wir gern unter initiative@bioplanete.com zur Verfügung. Rückblick Feldseminar »Ökologische Ölsaaten & Herausforderungen am Markt«.

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Forschungsarbeit für mehr Biodiversität

Leindotter und Lein sind aus botanischer Sicht zwei völlig unterschiedliche Pflanzen. Dennoch haben sie einige Gemeinsamkeiten wie den hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren. Beide gehören zudem zu unseren Lieblingsölsaaten, deren Anbau wir auch für die Zukunft mit Forschungsprojekten unterstützen. Bereits seit 2019 engagieren wir uns gemeinsam mit der Zukunftsstiftung Landwirtschaft im Leindotter-Forschungsprojekt auf dem Dottenfelderhof in Bad Vilbel. Denn das goldgelbe, milde Öl ist aufgrund von Omega-3-Fettsäuren und Vitamin E ein echter Gewinn für die menschliche Ernährung. Zudem bereichert die Pflanze mit dem lateinischen Namen Camelina sativa die Fruchtfolge auf den Feldern: Die Pflanze stellt geringe Ansprüche an die Nährstoffverfügbarkeit oder Vorfrüchte und ist für Bestäuberinsekten besonders wertvoll – sie stellt beispielsweise eine viel höhere Nektarmenge als Raps bereit. Interessant ist die Ölsaat für den ökologischen Landbau auch durch ihre Eignung für den Mischkulturanbau zum Beispiel mit Erbsen. Dieser kann nützlich für die Unterdrückung von Beikräutern, also Unkräutern, sein und auch den Ertrag steigern. Im Fokus der Forschenden auf dem Dottenfelderhof steht einerseits die Erhaltung ökologischer und genetisch unveränderter Ressourcen des Leindotters. Dazu wurden bereits Versuche durchgeführt, um hier zum Beispiel mit Blick auf Geschmack und Ertrag konkrete Sortenempfehlungen aussprechen zu können. Andererseits werden weitere Versuche für den Mischanbau durchgeführt sowie die (wirtschaftlichen) Erfolgsaussichten eines möglichen Züchtungsprojektes geprüft.

Leindotterfeld
Leinblüte

Im Vergleich zu Leindotter gilt Lein als viel sensibler gegenüber Trockenheit, Bodenbeschaffenheit und Co. Weil Leinöl aber eines der Lebensmittel mit dem höchsten Omega-3-Gehalt ist und einen außergewöhnlich nussigen Geschmack hat, lohnt sich der Anbau, finden wir. Seit 2020 sind wir deshalb Teil des Forschungsprojektes Linovit. Gefördert vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) untersuchen wir gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik e.V. (DIL) und der Universität Bonn die Inhaltsstoffe von ökologischer Leinsaat und deren Verarbeitungsprodukte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Während das Biohofgut Klappendorf Daten aus dem eigenen Lein-Anbau zur Verfügung gestellt hat, werden bei BIO PLANÈTE Presskuchen und Öl analysiert. Ziel von Linovit ist es, Lösungsansätze für einen sicheren und ertragreichen Anbau und innovative Ansätze für die Weiterverarbeitung zu finden. So wird die gesamte Wertschöpfungskette gestärkt, was letztlich auch mehr Landwirtinnen und Landwirte von den Vorteilen von Bio-Leinsaat auf dem Feld überzeugen und in das deutsche Ziel von 30 % Bio bis 2030 einzahlen könnte.

Leinöl typisch bitter

Im Gegensatz zu unserem restlichen Leinöl-Sortiment zeichnet sich das Leinöl aus deutscher Herkunft durch seinen nussigen beziehungsweise typisch bitteren Leinöl-Geschmack aus, denn wir verzichten hier auf eine zusätzliche Filtration des Öls. Die von uns entwickelte 3D-Filtration filtert auf natürliche Weise kleine Eiweißbausteine aus dem Öl, die für das „bitter werden“ des Öls verantwortlich sind. Wer auf den typischen Leinöl-Geschmack nicht verzichten will, ist mit unserem Leinöl - typisch bitter gut versorgt. Das Produkt ist gut durch das Symbol »Hergestellt in Deutschland« auf dem Etikett zu erkennen.

5 Fakten über Ölsaaten

Was haben Senf, Leindotter und Raps gemeinsam? Alle drei sind heimische Kreuzblütengewächse und blühen gelb. Auf den ersten Blick sind die Pflanzen auf dem Feld also kaum zu unterscheiden.

Deshalb haben wir bei unseren Landwirtinnen und Landwirten nachgefragt, was die einzelnen Ölsaaten eigentlich ausmacht:

1. In der Sonnenblume stecken die größten Kerne mit bis zu 17 Millimetern Größe. Senf- und Rapskörner sind mit 1 bis 2 Millimetern Größe dagegen echte Winzlinge.
 2. Sonnenblumenkerne sind auch Schwergewichte. Ein einzelner Kern bringt schon mal 80 Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Leindotter-Samen wiegen teils nur 1 Gramm.
3. Wir als Ölmüller schauen natürlich besonders genau auf den Ölgehalt eines Korns – die Sonnenblume ist hier Spitzenreiter: etwa die Hälfte des Gewichts in jedem Kern ist leckeres Speiseöl.
4. Auch bei der Größe liegt die Sonnenblume vorn – auf dem Feld wachsen die gelben Blüten üblicherweise bis zu 2 Metern hoch. Die zarten Leindotterpflanzen schaffen es dagegen nicht über 1,20 Meter.
5. Leindotter ist eine sehr genügsame Pflanze und kommt gut mit 400 Milliliter Wasser pro Quadratmeter in der gesamten Wachstumsphase aus. Raps dagegen braucht gern die doppelte Menge.